Eisenklinik.de- Das offizielle Training einer besseren Welt

 
1. Deutsche Meisterschaft im Naturalbodybuilding: Teil 3- Der Wettkampf
Die Anreise mit dem eigenen PKW war recht beschwerlich, da mir leider kein Betreuer zur Verfügung stand. So kam ich dann völlig erschöpft abends gegen 21 Uhr in Werdau an und hatte noch einen Lügendetektortest zu absolvieren. Der amerikanische Experte sah aus wie ein Double des Schauspielers Ben Kingsley, nur die tätowierten Unterarme verrieten, dass es sich hierbei nicht um das Original handelte. Nach dieser für das Natural-Bodybuilding essentiellen Prozedur, fuhren wir in Begleitung von Andreas Müller vorab zur Wettkampfstätte, dem Koberbachzentrum. Dort konnten wir schon einmal alle Örtlichkeiten inspizieren. Alles war absolut professionell organisiert und das Engagement von Andreas und seinen Mitarbeitern sollte dazu beitragen, dass die gesamte Veranstaltung einer Deutschen Meisterschaft absolut würdig war.

Für meine Unterkunft war bereits gesorgt worden, ich fand sie bei Frau Pestel, die in der Nähe des Koberbachzentrums privat Zimmer vermietet. Dort waren auch zwei andere Bodybuilder untergebracht, die erfahrenen Jochen Möhrstädt und Herbert Paduch, die in der Mastersklasse starteten. Diese Konstellation sollte sich als sehr hilfreich für mich erweisen, da sich die geballte Erfahrung und Ruhe dieser Athleten sehr positiv auf meine innere Anspannung auswirkte. Den Vormittag vor dem Wettkampf verbrachten wir also mit einem ausgiebigen Frühstück, spazieren gehen oder relaxten einfach in der warmen Oktober-Sonne.

Mittags fand dann die Vorbesprechung für alle Athleten und Betreuer statt. Die Veranstaltung selbst startete um 16 Uhr. Ich startete in der Männer II Klasse, dem Mittelgewicht (75 bis 85 kg) gegen 18 Uhr. Die Zeit bis dahin kam mir vor wie eine halbe Ewigkeit. Zum Glück war das Durstgefühl wie weggeblasen. Mit dem Essen tat ich mir allerdings immer och schwer, ich musste mich schon redlich zwingen, meine Kohlenhydrate zu mir zu nehmen.

Dann war es endlich so weit, der Wettkampf konnte beginnen. Das Timing für das Aufpumpen hatte ich etwas verpasst, d.h. ich habe vor lauter Aufregung zu früh damit angefangen und mich wohlmöglich unnötig dadurch geschwächt. Kurz vor dem Auftritt nahm ich noch eine kleine Flasche Sekt zu mir, um die Adern besser herauszubringen. Allerdings glaube ich dass die Kohlensäure mir nicht gut bekommen ist, da ich den Eindruck gehabt habe, mein Bauch wurde davon aufgebläht. Und dabei war der Bauch doch eine absolute Stärke von mir! Das Pflichtposen und die Symmetrierunde waren schon verdammt anstrengend. Man kann es kaum für möglich halten, aber das Bodybuilding im Wettkampf den (ausgezehrten) Körper so fordert? Bei meiner Posing-Kür habe ich einmal deutlich das Gleichgewicht verloren und wäre fast von der Bühne gefallen.

Aus sportlicher Sicht bin ich mit dem dritten Platz bei meinem ersten Bodybuildingwettkampf zu frieden. Es war eine sehr stark besetzte Klasse mit wirklich sehr guten und erfahrenen Athleten. Der Sieger Alexander Rothe wurde am Schluss sogar Gesamtsieger und hat sich seine Pro-Card redlich verdient! Wichtig für mich war nur, das ich alles was ich geben konnte auch gegeben habe. Entscheidend war letztendlich, dass mir die nötige Muskelmasse im Schulter- und Armbereich gefehlt hat. Kein Wunder, denn ich trat ja nur mit 78 kg bei 1,83 cm Körpergröße an, aber mehr war wirklich nicht drin.

Besonders interessant war auch die Phase nach dem Wettkampf. Hier machte ich die meisten Fehler. Nach wie vor blieb mein Durstgefühl aus, erster Fehler: ich trank zu wenig. Zweiter Fehler: außer ein paar Schokoriegeln und einem drittklassigen essen bei einem Chinesen habe ich meinem Körper nicht die nötigen Nährstoffe zurückgegeben, die er jetzt benötigte. Dies sollte die nächsten zwei Tage auch so bleiben, so das es mich am Montagabend nach dem Wettkampf kalt erwischte: Meine Stimme viel plötzlich völlig aus, ich bekam Fieber, Durchfall und lag die ganze Woche im Bett. Einige Insider sagen es würde völlig normal sein, nach einer knallharten Diät krank zu werden, aber ich denke, wenn ich besser aufgepasst hätte, wäre dies vermeidbar gewesen. Abwegig ist diese Theorie jedoch nicht, da es logisch erscheint, wenn der Körper völlig ausgezehrt ist, auch das Immunsystem geschwächt ist und der Körper anfällig für Krankheitserreger ist.
Eine immer wiederkehrende Frage ist, ob ich noch mal an einer Meisterschaft teilnehmen würde. Die Antwort ist: ja, aber nur wenn ich deutlich besser bin, als im Jahr zuvor. Dies ist für mich Motivation genug mich das ganze Jahr voll auf Bodybuilding zu konzentrieren, um zu sehen wie weit ich kommen kann. Mein Ziel ist es, in einem Jahr 2 kg magere Muskelmasse aufzubauen und an meinen Schwächen zu arbeiten.
Doch wichtiger ist für mich dem Sport noch viele Jahre treu zu bleiben, schließlich ist das was das Bodybuilding uns gibt viel, viel größer als die Vorbereitung auf einen Wettkampf: Gesundheit, Kraft, Ausdauer, Durchhaltevermögen, Ausgleich (vor allem in schwierigen Lebenssituationen), und das unbeschreibliche Gefühl ein Mensch zu sein ...

Schaut Euch doch einige Pics der Meisterschaft in unserem Bilderalbum an.

Viel Spass!!!

    Geschrieben von Robert    6360  Mal gelesen

 Druckversion Druckversion    Array

Navigation

· Videokatalog
· Glossen
· Ernährung
· Forum
· Rezensionen
· Studiotest
· Downloads

Anmeldung





 


Neues im Forum


5 aktuellste Beiträge:

Pics

Online

Aktuell 11 Gäste und 0 registrierte Benutzer online.

Anmeldung

Besucherzähler

Heute:412
Dieser Monat:4420
Diese Jahr:134238
Gsamt:592325

Vom 18. Mai 2007