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Anleitung zum schlechten Training

Die Trainingsstätte     Das Training     Die Ernährung     Drogen / Dopingmittel    

Die glänzende Fitnesswelt als Subkultur unserer gesamten Gesellschaft. Hier gibt es genug Skurrilitäten, die unendlich viel Material für lehrreiche Anekdoten liefern. Wer sich genau an die folgenden Anweisungen hält, kann mit Sicherheit davon ausgehen, ein erstklassiges schlechtes Training durchzuführen. Wenn also das Interesse darin besteht, seine Zeit mit möglichst viel unproduktiven und ungesunden Dingen zu verschwenden, ist die „Anleitung zum schlechten Training“ ein nützlicher Ratgeber diese Ziele zu erreichen…

Die Trainingsstätte
Grundlage für den Erfolg ist eine adäquate Trainingsmöglichkeit, denn nicht umsonst heißt es: Ein Handwerker ist nur so gut wie sein Werkzeug. Hier drängen sich die hiesigen Fitnessclubs mit ihrem unerschöpflichen Reichtum an ausgefeilten Trainingsmöglichkeiten auf. Woran erkennt man nun ein Studio, welches die richtigen Voraussetzungen für ein optimales Training bietet?
Jedes gute Studio folgt dem Trend, den uns die Fitnessindustrie - als Subkultur der gesamten Gesellschaft- vorgibt: Mit wenig Anstrengung viel erreichen, ohne Schweiß, viel Preis und vor allem Fun Fun und nochmals Fun. Wie das zu schaffen ist? Wir greifen einfach auf den letzten Stand der Technik zurück. Hier kann die Fitnessindustrie mit einem ganzen Arsenal an Gimmicks aufwarten, was von , über Vakuum-Eiern, Laufbändern mit Parfümspender bis hin zu Kraftgeräten, die sich per Chipkarte wie von Geisterhand auf den Kunden einstellen. Manche behaupten diese Maschinen würden gar das gesamte Training für den Körper ausführen. Ja, man kann jetzt sogar beim Krafttraining Zeitung lesen! Diesen Trend konnte man allerdings auch schon bei konventionellen Kraftgeräten beobachten: Beinstrecken im Supersatz mit der Men´sHealth = Maximale Trainingserfolge. Der Kopf will schließlich auch während des Trainings Beschäftigt werden.
Beim Ausdauertraining darf ein Trainingsgerät auf keinen Fall fehlen: Der Fernseher. Einmal auf den Geschmack gekommen, nie mehr ohne. Fällt nur ein Fernseher aus, kann sich jeder Clubbetreiber einer Monsterwelle an Beschwerden sicher sein. Aber ein bisschen Verständnis muss man den lieben Leuten schon entgegenbringen: immerhin haben die müden Kämpfer das bequeme Sofa gegen ein Cardiogerät eingetauscht, da will man sich nicht auch noch den geliebten Fernseher entsagen. Zum Training ins Studio kommen ist sowieso schon Disziplin genug.

Das Training
Für die wirklich Hartgesottenen unter Euch, für diejenigen, die sich wirklich nicht vom Umgang mit Kurz- und Langhanteln abbringen lassen wollen, seien folgende Ratschläge mit auf den Weg gegeben:
Niemals Aufwärmen! Das braucht man nur, wenn man ernsthaft mit anspruchsvollen Übungen zu trainieren gedenkt. Wer nur ein bisschen pumpen will, um Brust und Bizeps fit für die Disco und den Strand zu machen, kann sofort mit der wichtigsten Übung, dem Bankdrücken beginnen. Außerdem sollte man keine unnötige Energie verschwenden, wenn man noch 4-6 Brustübungen vor sich hat.

Was die Planung des Trainings angeht, sind die Men´sHealth, FLEX, Muscle&Fitness, FHM , Shape und auch die Fit for Fun seriöse und unabhängige Lektüre, die Euch garantiert ans Ziel bringen. Wer sich nicht mit diesen fundierten Theorien und Tipps der genannten Literatur auseinander setzen möchte, kann sich ohne weiteres den Experten auf der Trainingsfläche anvertrauen. An erster Stelle stehen natürlich die Leute, die über eine sattelfeste Ausbildung verfügen: die Trainer. Allein die Tatsache, dass ein Trainerschein vorliegt reicht bereits aus, um Euch hervorragende Pläne mit Sinn und Verstand zu erstellen, man muss dazu gar nicht selbst trainieren, um so etwas wie Erfahrung mitzubringen. So etwas lernt man heute schließlich bei vielen Instituten in kürzester Zeit um für den Job richtig fit zu sein.

Wem die Trainer nicht ganz geheuer sind, kann sich getrost an alle Pumper im Studio wenden. Die werden schon wissen was sie tun, denn schließlich sind die schon einige Jährchen dabei und das ist das einzige was zählt. Als Orientierung sollte Euch folgende Faustfomel dienen: Willst Du dicke Oberarme, musst du dich an den Typen mit den dicksten Armen wenden. Wenn du eine riesige Brust aufbauen möchtest gehe zu demjenigen, der am meisten auf der Bank drückt. Willst du eine rasiermesserscharfe Definition, frage den Typen, der am meisten Isolations- und Kabelübungen in allen erdenklichen Winkeln absolviert,....usw.

Die Ernährung
Jeder Insider weiß, Ernährung macht 50% des Erfolges aus. Fanatiker gehen sogar von 80% aus. Wer sich anfängt näher mit der richtigen Ernährung auseinanderzusetzen, sollte zunächst das Wichtige vom Unwichtigen trennen, damit man keine Zeit mit unproduktiven Dingen verliert. Absolut keine Aufmerksamkeit sollte man Dingen widmen, wie der Zubereitung von Speisen. Wie brät man Steaks? Wie wird Gemüse vitaminschonend gegart? Welche Zubereitungsmöglichkeiten von Eiern gibt es? Wo bekomme gute Rezepte her? Das sind Dinge mit denen sich höchstens Hausfrauen beschäftigen sollten. Für so was gibt es schließlich Mc Donald´s, Burger King, MrChicken, Dunking Donuts und Co. Die Verantwortung für Eure Ernährung könnt Ihr getrost diesen Spezialisten überlassen – Millionen Deutsche tun es auch und die können doch nicht irren, oder?

Immer größerer Beliebtheit erfreuen sich auch Fertiggerichte aus dem Supermarkt. Deren Absatz ist in 2007 um 40% gestiegen. Die Hersteller freut´s und Euch wird wieder dieses Anstrengende kochen erspart, aber wer in der Lage ist der Arbeit beim Training zu entgehen, für den ist die Ernährung nur ein Klacks.

Findige Theoretiker gehen bei der 80% Formel sogar von folgender Hypothese aus: Wenn Ernährung 80% des Erfolges ausmacht, dann spare ich mir die 20% Training und sehe immer noch überdurchschnittlich gut aus! Bei meinem Metzger um die Ecke ist diese Theorie voll aufgegangen. Er nimmt nur Unmengen an Mett, Hähnchen, Steak sowie Fleischwurst zu sich und hat einen 50er Oberarm! Vielleicht liegt es aber auch daran, das er ein Bio-Metzger ist und die Ware eine enorme Qualität hat. Oder ist Schweine schlachten doch jedem Fitnesstraining überlegen?

Drogen / Dopingmittel
Jedes Kind weiß: das sind die Stoffe, die aus Jungen echte Männer machen. Ohne Dopingmittel kein Erfolg im Fitnessstudio. Man kann gar nicht früh genug mit dem Konsum von Testosteron und Co anfangen. Du bist bereit für diesen Stoff, wenn du ungefähr 50 kg auf der Bank drückst. Bei den Bezugsquellen kann man sich den Gang zum Arzt getrost sparen, die wollen nur verdienen, aber so lange die Krankenkasse eure Kur nicht bezahlt, geht lieber zu einem Kumpel, der jemanden kennt, der wieder jemanden kennt, der das Zeug verkauft. Diese Leute sind 100% vertrauenswürdig und die Qualität des Stoffs lässt sich mit der eines guten Weins vergleichen: je länger er in der prallen Sommersonne im Kofferaum gelagert war, umso höher die Qualität. Verlasst Euch da ganz auf die Beratung Eures persönlichen Dealers. Er kann Euch gleich ein paar Tipps zur richtigen Dosierung geben, aber im Grunde gilt immer die Faustformel:

Mehr bringt auch mehr.


Aktualisiert Freitag, 23. November 2007    Geschrieben von Robert    6740  Mal gelesen

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Vom 18. Mai 2007