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Hingabe oder Besessenheit? - Die Einstellung machts!

Gemäßigte Begeisterung für das Training ist nicht nur die gesündere Herangehensweise als besessene Begeisterung, es ist auf lange Sicht betrachtet tatsächlich die produktivere Methode. Ich möchte nicht dass ihr besessenen Enthusiasmus nur vermeidet, weil es ein sehr unbalanciertes Leben bewirkt. Ich möchte dass ihr besessenes Interesse vermeidet, weil ihr nur dann tatsächlich die Chance habt euer natürliches Potential für Körperbau und Kraft auszuschöpfen.
Ich weiß einiges über besessenes Interesse am Bodybuilding. Ich hatte es für fast 2 Jahre. Hätte ich nicht den Charakter und die Disziplin gehabt der Versuchung zu widerstehen Steroide zu nehmen, hätte ich vielleicht mein Leben zerstört. Ich habe meine Gesundheit niemals durch die Einnahme von „Bodybuilding-Drogen“ gefährdet oder gar zerstört, aber ich habe möglicherweise meinen Körper beschädigt indem ich viele Sachen in meinem Training falsch gemacht habe.

Mit 19/20 habe ich mich von allem ausgeschlossen, von dem ich dachte, dass es einen negativen Einfluss auf mein Bodybuilding Training hatte. Ich wurde ein Einsiedler. Ich lebte nur noch für das Bodybuilding. Ich verlor das Interesse in meinen akademischen Studien. Ich verschlang jeden Schwachsinn über Trainings- und Ernährungsmethoden der mir zu Gehör oder unter die Augen kam. Ich war sehr leichtgläubig und kannte niemanden der mein Training in engen Bahnen halten konnte. Ich war jedem Buch das mir unter die Augen kam ausgeliefert und konnte nicht zwischen guter und schlechter Anleitung unterscheiden. Wenn etwas geschrieben stand, dann glaubte ich es.

Weil ich damals noch sehr jung war, konnte ich wahrscheinlich trotz der schädigenden Übungen, Techniken und dem Missbrauch von Intensivmethoden davon kommen ohne meinen Körper zu beschädigen. Jedenfalls habe ich bis heute, zum Glück, noch keine negativen Folgen festgestellt. Diese schädigenden Praktiken beinhalteten starkes Übertraining, Kniebeugen mit meinen Versen erhöht, Hackenschmidtkniebeugen bis ganz unten, Bankdrücken mit sehr weitem Griff, Bankdrücken zur oberen Brust, sehr tief ausgeführte Fliegende, liegend und stehend ausgeführte Trizeps extensions, Kreuzheben mit gestreckten Beinen mit einem viel zu großen Bewegungsumfang und spezielle Abfälschbewegungen. Viele meiner damaligen Trainingskollegen kamen allerdings nicht so glimpflich davon; Knie-, Rücken- und Ellenbogenprobleme behindern seit einigen Jahren permanent ihr Training.

Heute vertrete ich eine konservative Auffassung von Training im Allgemeinen und bezüglich Übungsauswahl und Übungsausführung im speziellen. Die Erfahrung hat mich gelehrt, dass der konservative Ansatz nicht nur der sicherste Weg, sondern tatsächlich auch der produktivste und befriedigendste auf lange Sicht ist.

Der konservative Ansatz beschränkt sich nicht nur auf Übungsauswahl und Übungsausführung. Er betrifft auch die Trainingsprogrammzusammenstellung. Die meisten Leute trainieren zu viel. Das ist nicht nur über einen kurzen Zeitraum contraproduktiv, es führt auch zum Übertraining, welches den Körper in die Knie zwingt und ernsthafte Probleme auf lange Sicht verursacht.
All dies setzt voraus, dass ihr wirklich über einen langen Zeitraum trainiert. Eine Besessenheit führt zum burnout, weil dies bei den meisten zu schlechten Ergebnissen führt. Es verursacht so viel Frustration, dass Viele das Training nach einem oder wenigen Jahren aufgeben oder sich den „Bodybuilding-Drogen“ zuwenden.

Wenn man besessen ist neigt man dazu Verstand und Intelligenz auszuschalten und man lässt sich nur noch von Leidenschaft und Emotionen leiten. Das führt zu Leichtgläubigkeit und zum Befolgen von schlechten Trainingsprogrammen, verzerrten Diäten, schlechten Übungen und selbstzerstörerischen Übungsausführungen von Übungen die eigentlich sicher und sehr produktiv seien sollten. Das ist genau das was den meisten passiert. Sie trainieren zu viel (und verschwenden dadurch einen großen Teil ihres Lebens), folgen aberwitzigen Diäten, benutzen schädigende Übungen und wenn gute Übungen gemacht werden, dann oft in geradezu perversen und zerstörerischen Variationen.

Wenn diese Besessenheit einen beeindruckenden Körperbau produzieren würde, könnte mancher vielleicht noch argumentieren, dass dies den Preis wert ist den man bezahlt. Jedoch erleidet man auf diese Weise so viel Schaden auf dem Weg zur angestrebten Figur und bekommt am Ende doch nicht dass wovon man gedacht hatte, dass es die ganze Hingabe wert sei. Und wenn es dann Vielen nach jahrelanger Widmung zum Training so langsam dämmert und sie nicht die Figur haben, die sie angestrebt hatten, sind sie am Boden zerstört. Wenn man soviel in nur eine Sache investiert und dann sein Ziel nicht erreicht führt das zu großer Frustration und Enttäuschung.

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Solltet ihr an solch einer Besessenheit leiden hilft nur die Einweisung in die EISENKLINIK. Wir kennen uns mit solchen Fällen nur allzu genau aus und helfen euch wieder auf die Beine. Wir weisen euch den Weg, zu vernünftigem Training, mit dem man auch die angestrebten Erfolge erzielen kann; damit ihr nicht zu den Leuten gehört, die noch immer wie die Lemminge die vielen weit verbreiteten und völlig absurden Trainingspraktiken befolgen und weiterhin auf gute Ergebnisse warten.


    Geschrieben von David    5453  Mal gelesen

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Vom 18. Mai 2007